Die Renaissance der schwarzen Scheibe
Das Jahr 1983 brachte die große Wende: Die CD, der „sagenhafte“, der fortschrittliche digitale Tonträger wurde der Öffentlichkeit präsentiert.
Anfangs hinderten noch recht teure Geräte eine schnelle Verbreitung. Doch mit dem Preisverfall der Player wurde der Siegeszug der CD endgültig eingeläutet. So kann man heute sogar z. B. in der Agentur für Werbemittel diese Geräte finden.
Aber es häuften sich im Laufe der Jahre auch immer mehr kritische Stimmen: Der teilweise „kalte“ Klang, gerade im Hochtonbereich eine recht harsche Wiedergabe. Dem begegnete man mit immer weiter verbesserten Wandlertechnologien. Aber die Kritik blieb.
Dann kamen die neuen Datenträger: DVD-Audio und Super Audio-CD, die mit entweder neuen Digitalisierungsverfahren oder höheren Abtastraten den Klang verbessern sollten. Was letztendlich auch geschah. Doch schon gab es wieder differente, nicht kompatible Tonträger, die jeweils eigene Player oder Kombinationsgeräte benötigten.
In den Discotheken wollten die DJs weiterhin die „schwarze Scheibe“, denn mit Ihnen konnten sie scratchen und anderes mehr, was mit der CD kaum möglich war und ist. So blieb ein Teil der Plattenpresswerke am Leben – aber auch, weil es den hartnäckigen audiophilen Musikliebhaber gab, der einfach behauptete, es gäbe nichts besseres als den Klang einer Schallplatte.
Und diese Meinung setzte sich im Laufe der Jahre immer mehr durch.
Ursprünglich wurden Schallplatten nur noch von kleinen Labels, meist im Klassik und Jazzbereich veröffentlicht. Aber auch die Elektronikhersteller hatten keine Lust mehr an der Produktion von Plattenspielern, waren doch die Umsätze zu gering. So etablierten sich einige kleine Unternehmen, die weiterhin Plattenspieler herstellten.
Seit einigen Jahren wurde aber eine Trendwende eingeläutet:
Man stellt wieder Schallplatten her – parallel zur CD. Und sogar die großen Elektronikhersteller folgen dieser Trendwende und bieten wieder vermehrt Plattenspieler an. Und das auch in erschwinglichen Preisklassen, wovon man anfangs nicht sprechen konnte.
Liegt es wirklich nur am analogen, „natürlichen“ Klang, dass sich die schwarze Scheibe wieder vermehrt Marktanteile erobert? Oder liegt es auch an dem Ambiente, an den Zeremonien, die ernsthafterer Musikgenuss beim Umgang mit der schwarzen Scheibe vermittelt?
Doch das sollte jeder, der Musik liebt, selbst einmal ausprobieren. Jeder HiFi-Fachhändler bietet Möglichkeiten für den Vergleich zwischen analoger und digitaler Musikwiedergabe.
